Phone Bot in der Radiologie — Anrufflut entlasten mit ~500 ms KI-Stimme
Warum Latenz, Dialekt und strukturierte Triage gerade in der Radiologie zusammen gedacht werden müssen — und was wir bei MiraPhone gelernt haben.
Die meisten Radiologie-Praxen haben heute ein Telefon-Problem, das sie kaum noch alleine lösen können. 60 % der Praxen melden 2026 einen akuten Mangel an Empfangskräften. Die wenigen, die da sind, hängen acht Stunden am Telefon — und schaffen es trotzdem nicht, alle Termine zu vergeben. Patienten warten in der Leitung, brechen ab, gehen zur Konkurrenz. MTRAs und Radiologinnen müssen Anrufe übernehmen — Befundungszeit weg.
Klingt überzeichnet? Es ist die Realität in unserer Pilotpraxis im Institut Doringer, Salzburg. Über 1.200 eingehende Anrufe pro Woche, davon 60 % strukturierte Termin-Erstanfragen, 30 % Rückrufe und Recall, 10 % medizinische Rückfragen. Die ersten 90 % davon sind automatisierbar — wenn man drei Dinge gleichzeitig löst: Latenz, Dialekt, und strukturierte Triage.
Warum 500 ms die magische Schwelle ist. Unter ~500 ms End-to-End-Latenz (Audio rein → Audio raus) wirkt eine KI-Stimme menschlich. Darüber fühlt es sich nach Sprachsteuerung an. Wir liegen mit MiraPhone in der Produktion bei ~500 ms, gemessen am 95. Perzentil. Das erreichen wir, indem wir Speech-to-Text und Intent-Inferenz lokal in Trusted Execution Environments in EU-Rechenzentren laufen lassen — kein externer API-Hop.
Dialekt ist nicht optional. Eine Patientin aus Tirol sagt nicht "Mein Knie schmerzt." Sie sagt "Mei Knia tuat weh." Eine Standard-KI-Stimme aus einem US-amerikanischen Sprachmodell versteht das nicht — und reagiert mit "Können Sie das wiederholen?" Bei Patient*innen über 60 ist das ein Abbruch-Signal. Wir trainieren MiraPhone auf 9 Dialekt-Varianten: Wienerisch, Tirolerisch, Salzburgerisch, Steirisch, Bayerisch, Schwäbisch, Sächsisch, Hochdeutsch und Englisch.
Strukturierte Triage statt offener LLM-Antwort. MiraPhone hat keinen "freien" Antwortmodus. Jede Entscheidung läuft durch eine Intent-State-Machine mit 18 fest definierten Termin-Typen plus Eskalations-Pfad an menschliche Mitarbeiter. Bei kritischen Symptomen (Brustschmerz, Atemnot, Notfall-Keywords) oder Vertrauenswert unter 85 % wird sofort durchgestellt. Das macht das System EU-AI-Act-konform: Hochrisiko-KI nach Annex III mit dokumentierter menschlicher Aufsicht.
Was das in der Praxis bedeutet. In den ersten 90 Tagen Pilotbetrieb bei Doringer: 60 % der Anrufe automatisiert beantwortet, durchschnittliche Gesprächsdauer unter 2 Minuten, Null verpasste Anrufe (24/7 verfügbar), Empfangskräfte um 40 % entlastet — und die freigewordene Zeit floss in qualifizierte Patienten-Beratung am Schalter, nicht ins Telefon.
Ehrlich zur Grenze. Phone Bot ersetzt keine medizinische Triage und keinen empathischen Erstkontakt bei komplexen Fällen. Eine Patientin mit unklarer Sorge braucht eine Person — und die kann ihr unsere KI durchstellen. Was MiraPhone löst, ist die strukturelle Last: 1.200 Routinetermine pro Woche, die heute Empfangskräfte erschöpfen. Genau diese Last weg-zu-automatisieren ist der Hebel.
Testen? Wir betreiben eine Live-Test-Linie: +43 50994 9001. Anonymisiert, kein Mitschnitt, DE/EN/IT Auto-Detect. Sie wählen, MiraPhone nimmt ab — kein Mensch dahinter. Sie hören, wie eine echte Praxis-Erstkontakt klingt.